Donnerstag, 1. Dezember 2011

The Miserable Rich am 17.11.2011 in der Haldern Pop Bar

Es ist schwer zu kategorisieren, was für Musik The Miserable Rich machen. Es ist irgendetwas zwischen Folk und Kammerpop und Live und akkustisch klingen sie noch einmal völlig anders, als Zuhause aus der Lautsprecherbox. Aber positiv anders. Die beiden Alben haben mir schon gut gefallen, deshalb habe ich ein gutes Konzert erwarte - und habe ein sehr Gutes bekommen. Einen besseren Handel kann man nicht machen, zumal man ja in der Haldern Pop Bar nicht einmal Eintritt bezahlen muss, sondern den Künstlern am Ende lediglich einen selbst bestimmten Obolus in den Hut werfen darf.
 Jedenfalls beherrschen die Jungs ihre Instrumente - Violine, Kontrabass, Cello, Gitarre, Piano und Schlagzeug - hervorragend und die ungewöhnlich-markante Stimme von Sänger James de Malplaquet klingt Live einfach nur fantastisch! 
Das zweite Album Miss you in the days dreht sich thematisch um Geistergeschichten und so bekamen wir zwischen den Songs kleine Gedankenschnipsel zum Hintergrund einiger Songs zu hören. Zwischendurch kreisten ein oder zwei Flaschen Rotwein (so genau konnte ich das nicht verfolgen, aber es müssen bei sechs Leuten wohl insgesamt zwei gewesen sein) unter den Jungs und die Gläser wurden immer mal wieder aufgefüllt, was zur guten Stimmung von Band und Publikum nur beitrug.

Am Ende gab es noch eine Zugabe, für die die sechs von der Bühne runter kamen und ganz nah am Publikum sehr *pur* für uns spielten. Ein großartiger Abschluss!

Jetzt hoffe ich ein bißchen, dass The Miserable Rich doch bitte zum Haldern 2012 kommen mögen.



PS: Entweder war die Bühne zu breit, oder ich war zu nah dran, jedenfalls konnte ich sie nie komplett fotografieren und habe trotz einiger Versuche von der rechten Bühnenseite auch kein vernünftiges Foto zustande bekommen. Auf dem obigen Foto fehlen also leider der Schlagzeuger und der Gitarrist.

3:2 für den NaNoWriMo

Wir haben den 1. Dezember, da möchte ich doch mal ein kurzes Resüme meines diesjährigen NaNos ziehen. Viel zu erzählen gibt es da nicht. Ursprünglich wollte ich ja die Fortsetzung meiner Calina, die ich im NaNo 2010 geschrieben hatte, schreiben, aber da es im Oktober mit dem Plotten so gar nicht lief, habe ich diese Idee kurzfristig verworfen. Stattdessen habe ich einfach an meinen Vögeln weitergeschrieben.
Jaja, das ist ja schon per se eine ziemliche Überdehnung der eigentlichen NaNo-Regeln, die vorsehen, dass man einen komplett neuen Roman anfängt, aber da ich noch so weit am Anfang war, wären die 50k auch noch locker drin gewesen. Vermutlich sogar noch etwas mehr. Außerdem hatte ich da einen fertigen Plot (im Gegensatz zu dem eigentlich geplanten Projekt) und da ich zuvor eine Pause gemacht hatte, hatte ich gerade wieder Lust darauf.
Leider jedoch haben meine Vögelchen das gemacht, was sie am besten können: Sie haben sich tierisch gesträubt und einen auf Diva gemacht und nachdem ich dann wegen anderer Freizeitaktivitäten auch noch zwei Nullrunden geschoben habe, war die Luft völlig raus. Als ich eines abends einige hundert Wörter schrieb, die ich so grottenschlecht fand, dass ich sie gehasst habe, habe ich beschlossen, mich aus dem NaNo zu verabschieden und - mal wieder! - eine Pause an diesem Roman einzulegen. Es ist nicht die Erste und ich habe den leisen Verdacht, dass es auch nicht die Letzte sein wird. 
Immerhin habe ich in diesem Schwung etwas über 15.000 Wörter geschrieben und bin überwiegend doch ganz zufrieden damit. Bis auf die letzten paar hundert, aber da ich ja dann noch rechtzeitig die Reißleine gezogen habe, hält sich der Schaden in Grenzen. 
So schade ich es finde, dass ich den diesjährigen NaNo nicht geschafft habe, dieser Roman bedeutet mir zu viel, um ihn wegen irgendeinem dämlichen Wordcount zu ruinieren. Nachdem ich die vergangenen zwei Jahre den NaNo besiegt habe, steht es jetzt also doch wieder 3:2 gegen mich. 
Naja, nächstes Jahr besiege ich ihn wieder und gleiche aus. 
Vielleicht zumindest. 
Denn wer weiß schon, was nächstes Jahr im Herbst los ist?! Vielleicht bin ich ja 2012 intelligent genug, einer drohenden Niederlage aus dem Weg zu gehen, ehe sie mich trifft? Dieses Jahr war es vorher schon absehbar, ich habe die Warnzeichen nur ignoriert.
Aber ich gräme mich darüber jetzt nicht. Mein steamiges Märchen soll nun unbedingt noch rechtzeitig für den Neue Märchen-Wettbewerb bis Ende des Jahres fertig werden und so eine kleine Diplomarbeit, die meine Aufmerksamkeit fordert, ist da ja auch noch und hält mich von jeglichem schlechten Gewissen ab.

------------------------------------------------------------------------

Was das bloggen betrifft: Ich muss noch 4 Konzertberichte schreiben. Als da wären:
  • The Miserable Rich am 17.11. in der Haldern Pop Bar
  • Larkin Poe und Flash Forward am 19.11. im Jugendzentrum Karo in Wesel
  • William Fitzsimmons am 20.11. in der Haldern Pop Bar
  • Philipp Poisel am 25.11. im Bürgerhaus Rees
Ich bemühe mich, dass es bis dahin nicht mehr allzu lange dauert. Von Larkin Poe, William Fitzsimmons und Philipp Poisel gibt es dann auch Setlists.

Freitag, 25. November 2011

Alexi Murdoch am 14.November 2011 im Kampnagel, Hamburg

Zugegebenermaßen war es wohl etwas abenteuerlich an einem nebligen Herbsttag die weite Strecke (ca. 180km) von meinem Elternhaus in Niedersachsen bis nach Hamburg zu fahren und vor allem spät Nachts auch wieder zurück; aber als wir einen Monat zuvor diesen Plan fassten, war an solche Widrigkeiten noch nicht zu denken. Alexi Murdoch habe ich bereits beim diesjährigen Haldern Pop Festival im Spiegelzelt gesehen und war völlig bezaubert und so stand es für mich außer Frage, dass Hamburg auf keinen Fall zu weit weg ist.

Wir hatten uns für 19 Uhr im Foyer des Kampnagels verabredet und da ich vorsichtshalber sehr viel früher losgefahren bin, war ich auch schon zehn Minuten eher da und hatte noch etwas Zeit mich in Ruhe umzusehen. Das Kampnagel ist eine wirklich coole Location, anders kann man es nicht nennen. Das Wort "cool" scheint für einen Laden wie diesen erfunden worden zu sein. Gebaut und genutzt wurde das Gebäude ursprünglich als Maschinenfabrik, heute finden dort in den verschiedenen Räumlichkeiten Konzerte und alle möglichen anderen Veranstaltungen statt und auch ein Restaurant ist darin integriert. Es wurde natürlich umgebaut, versprüht aber nach wie vor einen sehr feinen, rauen Fabrik-Charme.
Wir mussten noch eine ganze Weile warten, dann bekamen wir um kurz vor 20 Uhr schließlich unseren ziemlich coolen Stempel mit der Aufschrift [K]iez Richards auf die Hand und durften eine relativ kleine "Halle" betreten. Genauer gesagt, handelte es sich eigentlich eher um einen großen Raum vor einer relativ niedrigen Bühne. Wir hatten vorher noch gerätselt, um es wohl ein Sitz- oder ein Stehkonzert wird, die Wahrheit lag dann in der Mitte. Es gab zwei Reihen von lose verteilten Sitzbänken (genauer gesagt waren es aneinenadergestellte Sitzkisten) mit Polsterauflagen, die jeweils Platz für 2-4 Leute boten.  Viele Sitzplätze waren es also nicht, aber da wir weit vorne in der Schlange gestanden hatten, gehörten wir zu den ersten, die die Halle betraten und haben uns natürlich sofort Sitzplätze gesichert. Die Halle füllte sich dann recht schnell und die übrigen Leute setzten sich entweder auf den Boden ganz vorne vor der Bühne, oder an die Seite, oder stellten sich ganz vorne hin. Schließlich wurden, bevor es mit dem Konzert los ging, für die am Boden sitzenden auch noch Polster verteilt. Es wäre sonst für die komplette Konzertlänge wohl doch sehr unbequem und kalt geworden. - Jedenfalls entstand dadurch eine sehr lockere Atmosphäre von sitzenden und stehenden Menschen und man kam sich fast wie auf einer Privatparty bei jemandem im Wohnzimmer vor, wo zufällig auch noch ein Konzert stattfindet. Wer immer dieses Konzept ausgetüftelt hat, er hat zu einer sehr entspannten, gemütlichen Atmosphäre beigetragen.

Aber nun zum eigentlich Wichtigem, da fand ja ein Konzert statt.
Als erstes spielte die Vor"band" This is the Kit. Genauer gesagt handelte es sich dabei um eine einzelne Sängerin. Ich kannte sie vorher nicht, aber nachdem ich mich kurz eingehört hatte, gefiel es mir ganz gut. Sie sang und spielte ca. 40 Minuten, was mir am Ende zugegebenermaßen dann doch etwas lang wurde für jemanden, den ich gar nicht kannte. Hörenswert war es aber dennoch. Wer will, kann z.B. bei Simfy mal reinhören.

Nach einer weiteren, kleinen Pause kam dann auch endlichendlichendlich Alexi auf die Bühne. Allerdings hätte man ihn anfangs fast übersehen können, weil das Bühnenlicht komplett aus war und man lediglich irgendeinen Schatten da rumhuschen sah. Das hätte auch irgendein Techniker o.ä. sein können. Aber als der Schatten dann begann sehr gekonnt zu spielen und zu singen, war klar, dass es sich offensichtlich nicht um einen letzten Toncheck handelt.
Im Laufe des ersten Liedes kam ein Hauch von bläulichem Licht dazu, später kam dann auch ein weiterer Hauch dazu, aber so richtig hell wurde es für das ganze Konzert nicht auf der Bühne. Es handelte sich da aber nicht etwa um ein technisches Problem, sondern Alexi wollte es tatsächlich gerne so dunkel haben. Hm, aber deshalb sind meine Fotos leider ziemlich mies geworden ... Positiv ist, dass die ohnehin gemütliche Atmosphäre dadurch noch gemütlicher und intimer wurde.
Von der Setlist, was er zuerst und zuletzt spielte, habe ich leider gar keinen Plan mehr, aber Someday soon, Towards the sun, All my days, Orange Sky, Through the dark und The Light gehörten selbstverständlich dazu. 
Während des Konzertes saß jemand vor mir, der die ganze Zeit entweder gefilmt oder Fotos gemacht hat (und die Kamera sah wesentlich besser aus als meine kleine Knipskiste). Ich hatte darauf gehofft, dass diese Videos bei Youtube auftauchen würden, sind sie bisher aber anscheinend nicht. Schade, schade ...
Es war ein wunderwunderwunderschönes Konzert. Die verzauberte Stimmung, die sich bereits auf dem Haldern über das gesamte Publikum gelegt hat, stellte sich auch diesmal quasi sofort ein. Jedes Lied ging direkt ins Herz und brachte mich zum träumen, zum hoffen, fast zum heulen und zugleich zum glücklich sein. Jaja vielleicht klingt das ein bißchen pathetisch, das könnte daran liegen, dass ich gerade nebenbei beim Schreiben Live-Aufnahmen bei Youtube höre, zwar leider nicht vom Hamburgkonzert, aber die Bühnen auf denen er auftritt scheinen alle ziemlich ähnlich auszusehen und wenn ich es dann nur höre, sitze ich gedanklich quasi wieder im Kampnagel oder im Spiegelzelt.
Nachdem Alexi seine anfängliche Schüchternheit überwunden hat, hat er übrigens auch zwischen den Songs total charming mit dem Publikum geplaudert und Scherze gemacht. Am Schluss gab es noch zwei Zugaben und dann war es nach ca. 80 Minuten endgültig vorbei. Aber obwohl das nicht so super lang war, hat sich die weite Anfahrt für mich absolut gelohnt und ich würde es jederzeit wieder machen, ob bei Nebel, Schneeglätte oder was auch immer!

Zuletzt doch noch mal ein Video von Someday soon Live, das ich bei Youtube aufgestöbert habe. Es stammt zwar nicht vom Hamburg Konzert im Kampnagel, wurde aber nur zwei Tage vorher in Lund/Schweden aufgenommen, es ist also immerhin von derselben Tour und die Bühne sah auch ähnlich aus, wie die von "unserem " Konzert. Es war einfach nur grandios, um nicht zu sagen superkalifragilistischexpiallegetisch! 
Und mir gehen die Superlative aus.

Donnerstag, 24. November 2011

House of Wolves am 21.Oktober 2011 in der Haldern Pop Bar

Seit ich es Anfang 2011 verpennt habe einen Bericht über Hjaltalín in der Haldern Pop Bar zu schreiben, habe ich mir fest vorgenommen, über wirklich jedes Konzert, auf das ich gehe seinen Bericht zu schreiben und wenn es einen Monat später ist.
Also will ich nun auch noch einige Worte über House of Wolves verlieren, auch wenn dieses Konzert nun schon so lange her ist. (Für Hjaltalín ist es mittlerweile aber wirklich zu spät. War aber schön, sowohl in der Pop Bar, als auch auf dem Haldern 09, kann ich Live nur empfehlen. ;-))

Was House of Wolves angeht, bin ich ein wenig unentschlossen, wie es mir gefallen hat. Es ist schöne Musik. Ja das kann man sagen. Und Rey Villalobos - wie der Singer-Songwriter-und Musiker richtig heißt - weiß was er da tut, sowohl stimmlich, als auch an der Gitarre und am Klavier. Einzelne Lieder, wie z.B. Honeybee fand ich wunderschön, aber ... hm ... insgesamt hat es mich ehrlich gesagt dennoch nicht so richtig geflasht. Das tut mir schon ein wenig leid, weil es irgendwie doch ganz schön war, wenn auch das ganz gewisse Etwas fehlte, was mich einfach umhaut ... Aber da hilft alles nichts.

Die Haldern Pop Bar als Location war natürlich wieder wundervoll wie eh und je. Mittlerweile fühle ich mich dort auch schon richtig heimisch - und da sich eine gewisse Person, nennen wir sie der Einfachheit halber Romy *husthust* als Meisterin des anderen-Menschen-ein-KiBa-Glas-aus-der-Hand-schlagen hervorgetan hat, wird man sich sich dort bestimmt noch länger an sie erinnern. ;-)

Donnerstag, 10. November 2011

The Subways am 13. Oktober 2011 im E-Werk, Köln

Nun ist es schon beinahe einen ganzen Monat her, aber das Konzert war einfach zu geil, um es hier im Blog zu übergehen. Wobei ich nach dieser langen Zeit keinen ganz detaillierten Bericht mehr abgeben kann.

Zunächst einmal gab es zwei Vorbands. Die erste waren The Dukes und obwohl ich die vorher nicht kannte, haben sie mir gut gefallen. Die zweite waren The Computers, die ich vorher ebenfalls nicht kannte und am liebsten auch sofort wieder vergessen würde. Die sind so überhaupt gar nicht mein Fall, scheußlich, da gibts nichts zum beschönigen. - Wobei es wohl auch Leute im Publikum gab, die die kannten und super fanden, also ist das vielleicht Geschmackssache.
Aber es ist schon echt schrecklich, wenn man vorher nichts von einer zweiten Vorband ahnt und dann kommen die da nach einer viel zu langen Umbaupause auf die Bühne, man denkt ungefähr 2 Sekunden lang, das wäre nun die Hauptband und dann erlebt man so eine Riesenenttäuschung. Da wäre es mir lieber gewesen, wenn die Dukes und die Computers in umgekehrter Reihenfolge gespielt hätten, dann hätte wenigstens eine Qualitätssteigerung stattgefunden *g*

Aber wie dem auch sei, wir waren ja wegen der Subways da und die waren großartig! Der totale Wahnsinn! Ich habe mich schon vorab so auf dieses Konzert gefreut, dass ich Angst hatte, dass da eine große Enttäuschung auf mich warten könnte, aber weit gefehlt! Wer auch nur entfernt auf Rockmusik steht, sollte sich die Subways unbedingt mal live ansehen und anhören! In Live sind sie noch tausend Mal besser, als von CD sowieso schon!

Eine Setlist habe ich dieses Mal leider nicht bekommen, habe mich aber damals direkt nach dem Konzert, als ich wieder zu Hause war, hingesetzt und sämtliche Songs aufgeschrieben, von denen ich noch ganz sicher wusste, dass sie vorkamen. So ist doch eine ganz nette Liste entstanden, die aber weder vollständig ist noch richtig geordnet. Ich kann nur noch sicher sagen, dass Oh Yeah das erste Lied war und It's a party das Letzte. Alles dazwischen ist Chaos in meinem Gedächtnis. *g*

Die Liste (nicht Setlist!):

Oh Yeah
We don't need money to have a good time
Shake! Shake!
Mary
Rock & Roll Queen
All or nothing
I want to hear what you have got to say
Kiss Kiss Bang Bang
Popdeath
Turnaround
----
It's a party

Einziger Wehrmutstropfen war, dass das Konzert nur mikrige 65 Minuten dauerte, inklusive zweiter Zugaben. Das ist für eine Band, die drei Alben draußen hat vielvielviel zu wenig!  :(




Ziemlich gegen Ende hat Sänger Billy dann noch eine ziemlich furiose Klettereinlage eingelegt. Da im E-Werk gibt es ja so eine Empore, auf der auch noch Zuschauer stehen und von dort aus zur Bühne gucken können. So um die 3-4 Meter dürfte die wohl schon hoch sein, das kann ich schlecht abschätzen. Von meinem Standpunkt aus habe ich nicht gesehen, wie genau er da hochgekommen ist, aber plötzlich kletterte er da am Geländer entlang und dann stand er da jenseits des Geländers (siehe Foto).
Soweit so gut, ich neige ja dazu, mir immer sofort wegen alles und jedem Sorgen zu machen. Demzufolge habe ich auch DEN Schreck des Lebens bekommen, als er sich einfach nach unten ins Publikum fallen ließ und für einige Sekunden nicht zu sehen war, ehe er auf den Händen des Publikums getragen wieder auftauchte und auf diese Art wieder nach vorne zur Bühne hin "durchgereicht" wurde.
Natürlich standen die Leute in der ganzen Halle dicht an dicht und natürlich war ja völlig klar, dass die ihren Held des Abends auffangen würden. Trotzdem. Das ist wirklich mal eine neue Dimension des Crowdsurfings, ich darf gar nicht darüber nachdenken, wie leicht das hätte schief gehen können ... Nun ja, selbst falls die ihn nicht aufgefangen hätten, hätte er es aus der Höhe wohl überlebt, aber Knochenbrüche oder eine Gehirnerschütterung sind ja auch nicht so richtig angenehm ... Ich bezweifle auch, dass diese Aktion vor dem Konzert mit irgendwem (Konzertveranstalter, Hallenbetreiber oder sonstwem) abgesprochen war. Spektakulär war die Aktion auf jeden Fall und trotzdem war und bin ich doch ganz froh, dass ich in dem Moment auf der anderen Seite der Halle stand.





Samstag, 29. Oktober 2011

Buchmesse Convention am 15.10.2011 in Dreieich

Nun ist die BuCon schon wieder zwei Wochen her und die ganze Zeit seitdem ist es mir erfolgreich gelungen, meinen Blog zu ignorieren. Aber dann will ich nun doch mal ein wenig darüber berichten.

Ich bin bereits Freitag abend angereist, genauer gesagt erst einmal nach Darmstadt. Steffi hat dort mir und noch drei anderen Mädels aus dem Tintenzirkel Quartier geboten und hat abends noch sehr lecker Spaghetti mit feiner Tomaten-Knofi-Soße für uns gekocht. Wir hatten einen sehr gemütlichen Abend und haben schon mal ein wenig für den nächsten Tag vorgeglüht. ;-)

Samstag früh sind wir mit nur ein ganz bißchen Verspätung losgefahren (fünf Frauen in so relativ kurzer Zeit durch ein kleines Badezimmer zu bringen ist schon ein Meisterwerk). Steffi uns mit dem Auto auf nur ganz kleinen Umwegen zur BuCon gefahren und wir sind mit nur mit ganz wenig Verspätung angekommen. Dort hatte eine liebe Seele bereits eine Tischhälfte mit einem Tintenzirkel-Schild für uns reserviert. So viele Zirkler waren wir noch nie an einem Fleck. Ich habe nicht nachgezählt, aber jemand nannte die wahnsinnige Zahl 23! Ich habe mich gefreut, so viele liebe Menschen wiederzutreffen oder endlich mal in Natura kennen zu lernen. 
Der Tag verging leider viel zu schnell, dann gab es ja noch die Ablenkung durch die zahlreichen Lesungen und es blieb viel zu wenig Zeit sich mit jedem ausgibig zu unterhalten. Doch die nächste BuCon kommt bestimmt und Treffen gibt es zwischendurch ja auch immer wieder. 

Aber um wieder zum Anfang zurückzukommen: Wir kamen also etwas verspätet zu unserer ersten Pflichtlesung vom Verlag Torsten Low, aber gerade noch rechtzeitig, um uns unser Leckerli abzuholen und die sehr unterhaltsame Darbietung von Mark Staats neuem, humorigem Roman zu hören. Er und Torsten lasen den Text mit verteilten Rollen, dass es Spaß machte, den beiden zuzuhören.


Carsten Steenbergen las aus verschiedenen, steamigen Texten, u.a. eine Kurzgeschichte über einen mechanischen Drachen.









Um die Mittagszeit gab es die Verleihung des Deutschen-Science-Fiction-Preises, den in diesem Jahr erstmals Uwe Post für den besten deutschsprachigen Science-Fiction-Roman gewann. So sieht ein glücklicher, freudestrahlender Sieger aus.

In der Kategorie Kurzgeschichten gewann Wolfgang Jeschke.

Anschließend gab es für die beiden Sieger eine gemeinsame Lesung. Zuerst las Uwe aus mehreren Texten und auch aus seinem Debütroman "Symbiose", ehe er zu seinem zweiten Roman, dem Siegertitel "Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes" kam. Der einzige Wermutstropfen dieser sehr lustigen Lesung war wohl, dass der Raum für die vielen Zuhörer viel zu klein war und die Luft deshalb sehr bald äußerst dick und klebrig wurde, vom Platzproblem ganz abgesehen. Einige Zuhörer mussten sogar auf dem Boden sitzen oder halt stehen. So unterhaltsam die Lesung auch war, so waren wir doch alle froh, den engen Raum nach einer Stunde wieder verlassen zu können. Es wäre doch schön, wenn die Sieger des DSFP in Zukunft nicht ausgerechnet in den winzigsten der zur Verfügung stehenden vier Räume gesteckt werden würden. ;-)

Im Anschluss haben wir uns erst mal in lustiger Runde an unserem Tintenzirkeltisch getummelt, haben geredet und ein Schlückchen getrunken. Dann sind wir außerhalb des Bürgerhauses etwas essen gegangen, waren aber pünklich zur Verleihung des Deutschen Phantastik Preises wieder an unserem Tisch.
Ausgezeichnet für den besten Roman wurde Markus Heitz für "Judastöchter". Als beste Debütautorin bekam Gesa Schwartz den Preis für "Grim - Das Siegel des Feuers". Der Roman steht ja auch immer noch sehr weit oben auf meiner Leseliste. Thomas Thiemeyer wurde als Bester Graphiker ausgezeichnet und zeigte sich verwundert, da er in der vergangenen Zeit kaum als Graphiker gearbeitet hat, sondern eher als Schriftsteller. Er fragte sich scherzhaft, ob das wohl ein versteckter Hinweis der Wähler sei?
Die beste Anthologie wurde "Geschichten unter dem Weltenbaum" aus dem Verlag Torsten Low, von dem Herausgeber Lothar Mischke. Die beste Kurzgeschichte wurde dazu passend "Das Herz des Jägers" von Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser aus eben jener Kurzgeschichtensammlung
Das alles und die übrigen Sieger können hier nachgelesen werden: Deutscher Phantastik Preis

Gleich im Anschluss an die Verleihung kam noch die Lesung von Thomas Elbel. Leider mit 20 Uhr ziemlich spät am Abend, aber für die Uhrzeit war sie doch noch ganz gut besucht. Er las aus seinem Debütroman "Asylon", der im vergangenen August bei Piper erschienen ist. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die ausführliche Signatur, die ich schon am Nachmittag bekommen habe! :-)
Am Anfang der Lesung merkte man ihm seine Nervosität noch etwas an, aber schon nach kurzer Zeit hat er sich davon befreit und den Text mit sehr viel Betonung und Enthusiasmus vorgelesen, sodass man als Zuhörer, der späten Uhrzeit und des langen, aufregenden Tages zum Trotz, gefesselt zuhören musste. - Thomas hat sich die Stellen zum Vorlesen ganz besonders geschickt ausgesucht. Ich habe den Roman noch nicht gelesen (weil ich ihn mir erst auf der BuCon gekauft habe) und so waren die Cliffhanger, bei denen er jedes Mal geendet hat, ganz besonders grausam spannend.

Zum Abschluss des Tages sind wir mit allen verbleibenden Tintenzirklern, die nicht dringend weg mussten, um noch ihren Bus oder Züge zu erwischen, bei dem Italiener gleich nebenan eingefallen und haben in großer, kleiner Runde, den Abend beschlossen. Was war das für ein grandioses Gefühl, als wir alle unser Glas erhoben und unseren jetzt nicht mehr ganz so geheimen Trinkspruch lautstark zum besten gaben. 
Es ist uns wohl allen schwer gefallen, uns anschließend trennen zu müssen. Der Tag war zwar lang und aufregend und anstrengend, aber leider doch viel zu kurz. Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr wieder dabei sein kann!

Meine Rückfahrt am Sonntag Vormittag/Mittag dauerte leider etwas länger als geplant, da mein RB, der mich von Darmstadt nach Mainz bringen sollte, 15 Minuten Verspätung hatte. Wenn man dort nur 8 Minuten zum Umsteigen hat, kann das natürlich nicht funktionieren. Also hatte ich noch ausgibig Zeit, die Buchhandlung am Mainzer Hauptbahnhof zu erkunden, ehe ich dann endlich in meinen IC steigen konnte. Der hatte letzlich auch nur 5 Minuten Verspätung. Aber auch, wenn die DB sich redlich bemüht hat, konnte sie mir das schöne Wochenende doch nicht mehr vermiesen.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Dear Reader & Miss Li am 30.9.2011 im Konzerthaus Dortmund

Hier kommt nun endlich mein Bericht über das Konzert. Besser spät als nie, nicht wahr? ;-)
Ich war zum ersten Mal im Dortmunder Konzerthaus und kann nur sagen: Wow, was für eine wunderschöne Location und diesen beiden Bands so absolut angemessen! Ich liebäugele bereits mit anderen Konzerten, die dort in den nächsten Monaten stattfinden. Beispielsweise von Agnes Obel.

Schade fand ich, dass Dear Reader nur der Support für Miss Li waren und deshalb nur ca. 45 Minuten gespielt haben. Ich habe die Band bereits auf dem Haldern Pop 2009 gesehen und lieben gelernt, was sich auch nicht geändert hat, obwohl sich die Besetzung seit damals ziemlich radikal geändert hat. Übrig geblieben ist seitdem lediglich Sängerin Cherilyn MacNeil, die vier weitere tolle Musiker um sich geschart hat. Die Südafrikanerin lebt mittlerweile in Berlin und kann auch schon recht gut deutsch - allerdings nicht perfekt, was zu sehr niedlichen, oft denglischen Ansagen zwischen den Songs führte, was noch dadurch verstärkt wurde, dass sie die ganze Zeit total aufgeregt wirkte. Und was "Zugabe" bedeutet, musste ihr das Publikum an diesem Abend erst beibringen. ;-) Wobei ich mich doch frage, ob ich zu naiv bin und sie das ironisch meinte, dass sie das Wort und dessen Bedeutung nicht kennen würde? Wie dem auch sei, es wirkte jedenfalls sehr echt auf mich und sie hat sich dann auch zu einem weiteren Lied überzeugen lassen, obwohl sie ein schlechtes Gewissen hatte, wo sie doch nur Support waren.
Es ist übrigens untertrieben, Cherilyn als Sängerin zu bezeichnen, denn sie spielt auch Keyboard, Gitarre und Akkordeon; und auch den anderen Mitgliedern kann man nicht je einem Instrument zuordnen. Das hat mich schon 2009 so fasziniert, das jedes Bandmitglied etliche Instrumente beherrscht und zu jedem neuen Song zu einem anderen greift. So spielt Jean-Louise Nel ebenfalls Keyboard, Gitarre, außerdem Bass und Violine. Martin Wenk spielt Akkordeon, Trompete, Mandoline, Bass und Synthesizer. Und Erik Sunbring spielt ebenfalls Gitarre und Bass. Natürlich spielen selten zwei Leute gleichzeitig dasselbe Instrument, manchmal fragt man sich, warum sie ständig wechseln, anstatt das sich jeder auf ein Instrument konzentriert. Wahrscheinlich machen sie das, weil sie es können *g* und es wirklich hinkriegen, ohne das dadurch jemand schlechter spielen würde. Lediglich Schlagzeuger Jocob Lind bleibt seinem Instrument während des ganzen Konzertes treu.
Trotz der Kürze des Auftrittes war es jedenfalls ein wunderschönes Konzert, das auch gerne noch eine Stunde länger hätte gehen dürfen. Ich liebe es, wenn es einer Band gelingt, diese gewisse, zauberhafte Stimmung hervorzurufen, die mich einfach mitnimmt, mich träumen und die Zeit und alles andere um mich herum vergessen lässt.
Eine komplette Setlist habe ich leider nicht mitgeschrieben oder ergattern können, aber an einige Lieder erinnere ich mich doch sehr klar. Da waren The Same, Great White Bear, Dear Heart, Whale (BooHoo) und Monkey. Wobei ich mir bei Letzterem nicht wirklich 100%ig sicher bin, aber ich meine mich doch daran erinnern zu können.

Einige Fotos: Man beachte wie gesagt, den ständigen Instrumentenwechsel. 
Auf den Vorderseiten der Keyboards von Cherilyn und Jean-Louise steht zudem die wenig optimistische Songzeile aus FOX, vom neuen Album Idealistic Animals: They say, there is no hope. (Zugleich übrigens auch ein Bibelzitat) Ich habe jedenfalls Hope, dass Dear Reader bald noch mal viel bekannter werden und dann hoffentlich auch viel häufiger Zugaben auf ihren Konzerten verlangt werden. ;-)






Jean-Louise Nel


Cherilyn MacNeil



Miss Li war ja dieses Jahr auf dem Haldern, aber dusselig wie ich bin, habe ich sie verpasst. An diesem Tag war nun also der Moment gekommen, das nachzuholen und die weite Fahrt nach Dortmund hat sich dafür absolut gelohnt! Was für Engerie in dieser Frau steckt, ist sagenhaft! Und ich bekam beinahe etwas Sorge, als sie mit ihren hohen Absatzschuhen (immerhin keine Highheels, aber trotzdem) so schnell die Treppe am Rande des Publikums hinauf lief, als hätte sie Sportschuhe an. Was sie da oben gemacht hat, weiß ich übrigens nicht, weil ich es von meinem Platz aus (9. Reihe) nicht erkennen konnte. Wahrscheinlich hat sie einige Hände geschüttelt, vermute ich? Es dauerte jedenfalls ca. eine Minute, ehe sie wieder hinunterwetzte und wieder auf die Bühne kletterte und weiter sang, als wäre nichts gewesen.
Das neue, aktuelle Album besitze ich leider noch nicht und ha€be es bisher noch nicht gehört, aber das war auch nicht so schlimm. Ich konnte trotzdem bei allen Liedern sofort mitwippen. Ich fand es aber doch etwas schade, dass das Publikum insgesamt ziemlich steif war und an seinen Sitzplätzchen klebte und als einzige aufstehen und sich von seinem Hintermann anmotzen lassen, will man dann natürlich auch nicht ... Zwischendurch gelang es Miss Li zwar mal, das Publikum zum aufstehen zu animieren, aber anschließend setzten sich alle wieder. *seufz*
Bei Dear Reader fand ich das Sitzen nicht schlimm, da es ja doch sehr ruhige Musik ist, aber Miss Li ist ja doch durchaus tanzbar. Immerhin gab es ja auch ein paar langsamere Lieder, aber oftmals fiel mir das sitzen bleiben doch schwer. Und anderem spielten sie und ihre Band Dancing the whole way home und Oh Boy, als Zugaben gab es dann Bourgeois Shangri-La und Ba ba ba. Zu den Zugaben stand das Publikum dann auch endlich auf und blieb beide Lieder stehen. *juhu* Hätte ich ausgerechnet bei Bourgeois Shangri-La sitzen bleiben müssen, wäre ich wahrscheinlich an Ort und Stelle gestorben. ;-) 
Trotz des etwas steifen Publikums gab es übrigens dennoch sehr viel Applaus und auch dieses Konzert war meiner Meinung nach viel zu kurz.